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Tapeten in der dritten Dimension – Designer Ulf Moritz zu Gast in der Neuen Galerie

Die Sonderausstellung »Schöner Schein! Luxustapeten des Historismus von Paul Balin«, die seit dem 29. April erfolgreich in der Neuen Galerie gezeigt wird, präsentiert aufwendig geprägte Tapeten des Historismus, insbesondere Imitationen von Goldledern und Textilien. Paul Balin, ein Meister seines Fachs, studierte diese Materialien bis ins kleinste Detail, um sie anschließend in perfektionistischer Manier in seinen Tapetenmustern umzusetzen. So fragt man sich bei vielen dieser Objekte: Ist dies wirklich Papier… oder etwa doch Seide?

Auch in unserer Zeit lassen sich virtuose Textil- und Tapetenkünstler entdecken. Und der Vergleich zwischen dem textilstudierenden Tapetenhersteller Paul Balin und dem Designer Ulf Moritz zeigt einige Parallelen: Ulf Moritz, geboren 1939 in Schroda, Polen, ist ein wahres Multitalent, das neben Stoffen, Teppichen, Möbeln und Porzellan auch avantgardistische Tapeten entwirft. Im Jahre 1957 schrieb er sich an der Textilingenieursschule in Krefeld ein. Zunächst mit dem Berufswunsch des Modedesigners, wechselte er anschließend ins Fach Textildesign. Im Jahre 1970 eröffnete er sein eigenes Design-Studio in seiner Wahlheimat Amsterdam.

Seit dem Jahre 1999 arbeitet Moritz erfolgreich für die Marburger Tapetenfabrik in Kirchhain. Die seither entstandenen 7 Kollektionen zeigen, wie der »Stoffmagier« die Wände auf exklusive und aufregende Weise neu mit Tapeten einkleidet. Mal sind es aufwendig bedruckte Wandbekleidungen, mal enthalten sie textile oder textilähnliche Applikationen oder leben durch eine schlichte Struktur.

In jedem Fall gelingt Moritz bei seinen Tapeten das, was auch das Renommee Paul Balins ausmachte: den haptischen Reiz von Textilien auf die Wand zu übertragen. Seine Kollektion »Imagination« (2015) wurde im Jahr 2016 für den German Design Award nominiert.

Auch in Museen ist der Künstler vertreten:  Entwürfe von Ulf Moritz befinden sich in den Kollektionen des Stedelijk Museum in Amsterdam, im Cooper-Hewitt Museum in New York sowie im Textilmuseum in Tilburg.

Im Rahmen der Finissage zur Sonderausstellung »Schöner Schein! Luxustapeten des Historismus von Paul Balin« wird Ulf Moritz gemeinsam mit dem Leiter der Marburger Tapetenfabrik Ullrich Eitel über die Entstehung seiner außergewöhnlichen Tapetenkollektionen berichten.

(http://www.marburg.com/index.php)

Finissage
Sonntag, 24. Juli 2016, ab 11 Uhr, Neue Galerie

Mehr zum Programm der Finissage unter: http://www.museum-kassel.de/index_navi.php?parent=13941

Beuys-Schüler im Dialog. Graphische Blätter von Imi Knoebel, Felix Droese und Blinky Palermo

Die Graphische Sammlung zu Gast in der Neuen Galerie
Kabinettausstellung 8. Juli – 9. Oktober 2016

Neue Galerie - Beuys Schueler im Dialog - 08.07.-09.10.2016Neue Galerie - Beuys Schueler im Dialog - 08.07.-09.10.2016

Joseph Beuys` Raum mit dem Werk „The pack (Das Rudel)“ ist das Herzstück der Neuen Galerie und bildet zugleich den Bezugspunkt der neuen Kabinettausstellung: Graphische Arbeiten der Beuys-Schüler Imi Knoebel, Felix Droese und Blinky Palermo stehen hier im Fokus. Ihre künstlerischen Positionen fallen sehr unterschiedlich, ja fast konträr aus und lassen dennoch jeweils den Bezug zum Lehrer erkennen. Imi Knoebel knüpft mit seiner Vorliebe für die Serie an das Prozesshafte im Schaffen von Joseph Beuys an. Mit seiner Folge „Russische Wand“ versuchte er den künstlerischen Neuanfang. Ihr stehen die subtilen Kaltnadelradierungen von Felix Droese in dem Mappenwerk „Einer muß wachen“ gegenüber und erinnern ihrerseits an die Zeichenkunst von Joseph Beuys. Komplettiert wird die Schau durch zwei druckgraphische Folgen des genialen und jung verstorbenen Blinky Palermo, die in Zusammenhang mit Wandmalereien und -zeichnungen des Künstlers entstanden sind.

Begleitprogramm

Mittwoch, 20.07.2016 • 12.30-13 Uhr • Kunstpause
Beuys-Schüler im Dialog. Einblicke in die neue Kabinettausstellung
Dr. Judith Claus

Sonntag, 28.08.2016 • 11.30-12.30 Uhr • Führung
Die Kabinettausstellung „Beuys-Schüler im Dialog“ 
Linnea Streit

Mittwoch, 07.09.2016 • 12.30-13 Uhr • Kunstpause
„Einer muß wachen“ Graphiken des Beuys-Schülers Felix Droese
Linnea Streit

Donnerstag, 22.09.2016 • 18.30-19.30 Uhr • Führung
Die Kabinettausstellung „Beuys-Schüler im Dialog“
Dr. Judith Claus

Mittwoch, 05.10.2016 • 12.30-13 Uhr • Kunstpause
Blinky Palermo: Wie er mit seinen Wandmalereien und -zeichnungen Kunst und Leben verbindet
Dr. Judith Claus

Fotos: © Arno Hensmanns, MHK

Impressionen der Jungen Kunstnacht 2016

Wie schon in vergangenen Jahren fand am 11. Juni 2016 von 20 bis 24 Uhr in der Neuen Galerie die Junge Kunstnacht statt, organisiert von einzigART – den jungen Freunden des Museumsvereins Kassel e. V. Über 500 Besucher nutzten das Angebot eines außergewöhnlichen Kunsterlebnisses mit “Kunstverstärkern”, Expertengesprächen auf der “Kunstcouch”, Kostümführungen durch die Sonderausstellung „Schöner Schein“, Musikern der Musikakademie der Stadt Kassel „Louis Spohr“ und „poetrySLAMern“ in den Ausstellungsräumen sowie einer Cocktailbar im Freien zum gemütlichen Ausklang des Abends. Für die gelungene Veranstaltung bedanken wir uns ganz herzlich beim einzigART-Team und bei den großzügigen Sponsoren! Hier ein paar Eindrücke:

Alle Bilder von Nicolas Wefers

Schöner Schein! Luxustapeten des Historismus von Paul Balin

Sonderausstellung des Deutschen Tapetenmuseums in der Neuen Galerie
29. April 2016 – 24. Juli 2016

Der Pariser Tapetenfabrikant Paul-Marie Balin (1832-1898) gehört unbestritten zu den herausragenden Herstellern von Stil- und Materialimitationen seiner Zeit. Einen fulminanten Erfolg feierte er auf der Wiener Weltausstellung von 1873, die ihn schlagartig zu einem international begehrten Lieferanten solcher Luxusprodukte machte. Diese verblüffen und begeistern die Menschen auch heute noch. Dank seines Einfallsreichtums gelang es ihm, Papier scheinbar in Kacheln, Seide, Leder oder Brokatsamt zu verwandeln und die materielle Illusion damit zu perfektionieren. Die hohe Qualität der Ausführung und der Muster seiner Luxusprodukte garantierte Balin sowohl durch unermüdliche Experimente als auch durch sorgfältigste Auswahl seiner Inspirationsquellen. Ebenso konsequent wie in der Verfolgung seiner technisch wie ästhetisch höchsten Anforderungen war Balin aber auch in seinen an Obsession grenzenden, patentrechtlichen Prozessen gegen seine Konkurrenz, die als »Tapetenaffaire« in die Geschichte eingegangen sind. Dadurch zunehmend in eine Außenseiterrolle der Tapetenzunft gedrängt, führte dies zu seinem wirtschaftlichen Ruin und mündete schließlich – kurz vor seinem 66. Geburtstag – in seinen Freitod.

Trotz der prominenten Stellung Paul Balins in der Tapetengeschichte und bedeutender Sammlungsbestände in international renommierten Museen, wurden ihm bislang weder eine Ausstellung noch monographische Bearbeitung gewidmet. Diese werden nun erstmals durch das Deutsche Tapetenmuseum in Kassel in die Tat umgesetzt. Sein reichhaltiger Bestand an Balin-Tapeten wird dabei mit hochkarätigen Leihgaben, etwa aus Paris, London und Wien, ergänzt und in neue Kontexte gesetzt. Durch das Zusammenspiel fantastischer Objekte – die neben Balin’schen Produkten auch Höchstleistungen an Panoramatapeten, historischen Textilien und Goldledertapeten, Möbeln, Skulptur, Malerei und wertvolle Bestände an Graphiken und Musterbüchern umfassen – wird der Besucher in die kunstgewerbliche Ästhetik eines inszenierten Weltausstellungsambientes entführt. Zudem werden kreative Entwurfsprozesse durch zahlreiche spektakuläre Neufunde ebenso zum Sprechen gebracht wie die internationalen Vernetzungen der Manufaktur Paul Balin. Von seinen weltweiten Netzwerken zeugen auch heute noch Balin-Tapeten in situ: Auf der ganzen Welt haben sich Interieurs in herrschaftlichen, zumeist im historistischen Stil errichteten Palais, Künstlerhäusern und Schlössern erhalten. Sie belegen die Exklusivität und internationale Beliebtheit Balin’scher Produkte.

Die intensiven Forschungen der letzten Jahre haben fantastische, bislang unbekannte Bestände und Archivalien in international bedeutenden Sammlungen zu Tage gefördert und den wissenschaftlichen Austausch auf europäischer Ebene beflügelt. Die Präsentation wird von einem umfangreichen Katalog begleitet, der die erste monographische Bearbeitung dieser für das 19. Jahrhundert wegweisenden Tapetenmanufaktur darstellt.

Neben der Präsentation eigener Sammlungshöhepunkte und spektakulärer Neufunde eröffnet die Ausstellung zahlreiche Möglichkeiten für den Einsatz interaktiver Stationen und kreativer Workshops. Durch einen Film wird der Besucher in die Stimmung der Wiener Weltausstellung, auf der Balin seinen größten Erfolg feierte, atmosphärisch eingestimmt. Der »Virtuelle Raum« eröffnet zudem die Möglichkeit, in die Welt Balin’scher Tapetenkreationen einzutauchen und damit seinen ganz persönlichen Raum zu gestalten. Workshops zum Tapetendrucken und –prägen, Führungsformate für alle Altersklassen und andere spannende Angebote runden das Begleitprogramm ab.


Highlights aus dem Begleitprogramm

Jeden Sonntag und Feiertag • 15-16 Uhr
Ausstellungsrundgang »Schöner Schein!«

Samstag, 09.07. • 14.30-16 Uhr • Kinderzeit
Tapetenwerkstatt
Für Kinder ab 8 Jahren
Sabine Buchholz
Anmeldung: 0561 316 80-400

Mittwoch, 13.07. • 13.30-14.30 Uhr • Führung
Mittwoch, 20.07. • 13.30-14.30 Uhr • Führung
Kuratorenführung durch »Schöner Schein!«
Dr. Astrid Wegener

Sonntag, 03.07. • 11-12 Uhr • Kostümführung
Samstag, 16.07. • 14-15 Uhr • Kostümführung
Samstag, 23.07 • 11-12 Uhr • Kostümführung
Luxus, Weltlust, Sensationen. Begleiten Sie eine Dame zu Weltausstellungen des 19. Jahrhunderts
Silke Renner-Schmittdiel

Sonntag, 24.07. • 11-12.30 Uhr • Rotes Sofa
Entstehungprozesse von Tapetenkollektionen
Dr. Astrid Wegener im Gespräch mit Designer Ulf Moritz (Amsterdam) und Ullrich Eitel (Marburger Tapetenfabrik)

Für weitere Informationen und Veranstaltungen:
http://www.museum-kassel.de/index_navi.php?parent=12086


Schöner Schein!

Luxustapeten des Historismus von Paul Balin

Sonderausstellung in der Neuen Galerie

Di–So und feiertags 10–17 Uhr, Do 10- 20 Uhr, Mo geschlossen

Ausstellung und Katalog wurden ermöglicht durch die großzügige Unterstützung von:

  
   
   

 

Im Gespräch: Hubertus Giebe

Hubertus Giebe beim Künstlergespräch

Hubertus Giebe beim Künstlergespräch vor einem seiner Gemälde, Foto: Hr. Erdmann

Begleitend zur derzeitigen Kabinettausstellung veranstaltete die Neue Galerie am 17. März ein Künstlergespräch und bat den Dresdner Künstler mit dem renommierten Kunstkritiker Eduard Beaucamp an den „round table“. Die freundschaftlich miteinander verbundenen Herren fühlten sich ganz wie im Wohnzimmer und diskutierten ausschweifend über Giebes Kunstwerke und seine künstlerische Produktion, genauso aber über historische oder politische Ereignisse und die ehemalige DDR.

Neue Galerie

Die Sprache der Malerei. Hubertus Giebe, Ausstellungsansicht 2016, Neue Galerie, MHK, Foto: Ute Brunzel

Ausgehend vom Titel der Ausstellung „Die Sprache der Malerei. Hubertus Giebe“ entfaltet der Künstler vielschichtige Erklärungsansätze zu seinen Gemälden. Mutig und kraftvoll steht er – im Hintergrund seine beeindruckenden Leinwände – der Frage Beaucamps gegenüber: „Gibt es sprechende Malereien heute wirklich noch?“ Und ja, es gibt sie tatsächlich, erklärt Giebe. In singulären Bildprogrammen, die die Komplexität der Welt zu greifen scheinen. Es gibt sie noch bei Malern, die die visuellen Herausforderungen mit Blick auf die historische Tradition bewältigen. Malerei kann es noch geben: Sie liegt in der Passion, betont der Künstler.
Giebe lässt keinen Zweifel aufkommen, dass er ein passionierter Maler ist und die direkte Auseinandersetzung mit der Welt sucht, indem er die Gegenwart mit der Vergangenheit bespiegelt. Als Maler liegt das Augenmerk seiner Beschäftigung auf Bildern, die den Blick in die Geschichte wagen und existenzielle Spannungen vermitteln. Darin sieht er sich in der Tradition der figürlichen Malerei von Oskar Kokoschka, Otto Dix oder Bernhard Heisig. Doch ist Giebe kein Traditionalist, wie Beaucamp endlich feststellt. Vielmehr wahrt und kennt er die Malereitradition, blickt aber genauso auf Gegenwart und Zukunft.

Am Schluss endet Giebe mit dem drastischen, aber doch schönen Satz: „Auch meine Malerei will das ‚Drama des Bildes‘, die ‚Bildkraft der Dinge‘ und ihren Sinn weiter suchen – jenseits des Feuilletons, entfernt von Exhibitionismus, weg von halbierten Kalbsköpfen in Formalin.

Autorin: Johanna Müller

Die Sprache der Malerei. Hubertus Giebe

Kabinettausstellung in der Neuen Galerie 12. Februar – 29. Mai 2016

Hubertus Giebe, Diogenes (nach Jordaens), 2012 - verkleinert

Hubertus Giebe, Diogenes (nach Jordaens), 2012, Neue Galerie, MHK, Foto: Rolf Heselbarth (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2016

Kabinettausstellung in der Neuen Galerie 12. Februar – 29. Mai 2016

Im Februar kehrt der Dresdner Maler Hubertus Giebe (geb. 1953) für eine Kabinettausstellung in der Neuen Galerie zurück. Bereits 2013 war er an der großen Sonderausstellung »Jordaens und die Moderne« in Kassel beteiligte. Die deutsche Geschichte, mit der seine eigene Biografie und die seiner Familie eng verknüpft sind, spielt in seinen oft barock und expressiv anmutenden Gemälden eine wichtige Rolle. Mythen, Kunstgeschichte und Literatur sind weitere Quellen, aus denen die Bildsprache Hubertus Giebes schöpft. Die Kabinettausstellung legt den Schwerpunkt auf Arbeiten der letzten Jahre, macht dabei jedoch deutlich, wie zahlreiche Themen und Symbole im Werk des Malers immer wieder auftauchen. Skizzen Giebes aus der Graphischen Sammlung der MHK bieten einen Einblick in die Entstehung und minutiöse Planung der typischen großformatigen Gemälde des Künstlers.

Neue Galerie

Die Sprache der Malerei. Hubertus Giebe, Ausstellungsansicht 2016, Neue Galerie, MHK, Foto: Ute Brunzel

Neue Galerie

Die Sprache der Malerei. Hubertus Giebe, Ausstellungsansicht 2016, Neue Galerie, MHK, Foto: Ute Brunzel

Begleitprogramm

Donnerstag, 17.03.2016 • 19.30-21 Uhr • Künstlergespräch
Der Künstler Hubertus Giebe im Gespräch mit dem Kunstkritiker Eduard Beaucamp

Sonntag, 17.04. • 11.30-12.30 Uhr • Führung
Im Fokus: »Malen ist Denken in Bildern« – Einführung in die Bildsprache Hubertus Giebes
Linnea Streit

Impressionen der Ausstellungseröffnung “Die Sprache der Malerei. Hubertus Giebe”

Mit besonderem Dank an den Künstler Hubertus Giebe sowie an den Sopransaxophonisten Dietmar Diesner für seine außergewöhnliche Performance!

 

Alle Fotos: © Ariane Wicht, Neue Galerie, MHK. © VG Bild-Kunst, Bonn 2016

Der eine (Winter) kommt, der andere (Winter) geht

Tee, Glühwein, Lebkuchen, vielleicht auch irgendwann Schnee, aber um diesen „Winter“ soll es im aktuellen Beitrag nicht gehen. Fritz Winter (1905-1976), der Maler, ist hier das Thema. Doch auch da passiert derzeit einiges in der Neuen Galerie.

Haben Sie es schon bemerkt? Die „Weiten Horizontalen“ von 1964 haben sich klammheimlich davongemacht – sofern man das so sagen kann, bei der riesigen Kiste, mit der das Gemälde abgeholt wurde, allerdings eben durch den Hintereingang. Zu sehen ist es derzeit an prominenter Stelle in der Sonderausstellung „Fritz Winter. Die 1960er Jahre – Jahrzehnt der Farbe“ in der Pinakothek der Moderne in München. An dessen Stelle treten in der Neuen Galerie „Der Sturz“ und „Offene Formen“, beide von 1961, die sich zuvor im Depot vor neugierigen Blicken versteckten. So kommen also gleich zwei „Winter“ und nur einer geht. Pünktlich zum Frühling wird dann wieder zurückgetauscht.

Fritz Winter Weite Horizontalen 1964 MHK Neue Galerie
Fritz Winter, Weite Horizontalen, 1964, MHK, Neue Galerie, Kassel

Doch zuerst kommt noch einer in die Neue Galerie: Thomas Krämer, Gemälderestaurator bei der Museumslandschaft Hessen Kassel. Am Mittwoch, den 9. Dezember 2015, erklärt er in der Kunstpause ab 12.30 Uhr die Maltechniken Fritz Winters. Die Differenzierung transparenter und deckender Farbaufträge, schon bei den Alten Meistern und bis heute ein wichtiges Gestaltungselement, spielt dabei eine wichtige Rolle. Gemeinsam mit den Besuchern nimmt Herr Krämer verschiedene Zubereitungen und Auftragstechniken der Farben unter die Lupe.

Fritz Winter - Offene Formen, 1961
Fritz Winter, Offene Formen, 1961, MHK, Neue Galerie, Kassel, Städtischer Kunstbesitz

Fritz Winter - Der Sturz, 1961
Fritz Winter, Der Sturz, 1961, MHK, Neue Galerie, Kassel, Dauerleihgabe aus Privatbesitz

Mittwoch, 09.12.2015, 12.30 Uhr, Kunstpause

Transparenz und Deckkraft – Eine kunsttechnologische Betrachtung der Gemälde von Fritz Winter

Thomas Krämer

 

Kunst im Dialog. BlickWechsel – documenta emotional

Donnerstag, 26. November 2015, um 18.30 Uhr

In der beliebten Veranstaltungsserie blicken wir diesmal auf persönliche Erinnerungen und Erlebnisse zur documenta und dauerhaften documenta-Werken in der Neuen Galerie. Dazu zählen umstrittene Kunstaktionen wie Christos Luftpaket (d 4) – von den Kasselern „Bockwurst“ oder „Auespargel“ genannt – oder das Projekt 7000 Eichen, das unter dem Motto „Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung“ (d 7) stattfand. Neue Materialien tauchen bei der „Isola“ von Mario Merz (d 7), den Steinbüchern von Michael Rakowitz oder den Masken von Judith Hopf (d 13) auf.

Eingeladen dazu haben wir den langjährigen Kenner der documenta-Geschichte, Dr. Harald Kimpel und die junge Kulturvermittlerin und Gästeführerin Julia Ronge.

Wie haben Sie documenta-Ausstellungen erlebt? Und welche Kunstwerke sind Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

Wir freuen uns auf interessante Gespräche und Ihre Fragen!

Park Karlsaue

Claes Oldenburg, Spitzhacke, 1982, Foto: Michael Wiedemann

Mit: Dr. Harald Kimpel, Kunsthistoriker und Julia Ronge, Kunsthistorikerin und Kulturvermittlerin, Sabine Buchholz, Moderation

Kosten: Eintritt (6 Euro, ermäßigt 4 Euro) und Führungsgebühr (4,50 Euro)

 

Auf Atelierbesuch bei Hubertus Giebe

Vorschau: Kabinettausstellung in der Neuen Galerie ab 12. Februar 2016

Atelier Hubertus Giebe - Palette - Website

Atelier Hubertus Giebe - Gemälde mit Selbstporträt - Website

Kaum ist die Ausstellung „Judith Hopf. MORE“ eröffnet, bereiten wir schon die nächsten Highlights vor. Letzten Freitag ging es deshalb nach Dresden, ins Atelier des Malers Hubertus Giebe. Gemeinsam mit dem Künstler, der hier auf einem Selbstporträt zu sehen ist, haben wir die Bildauswahl für eine kleine, aber feine Einzelpräsentation getroffen, die ab Mitte Februar in der Neuen Galerie zu sehen sein wird.

Vielleicht erinnern Sie sich noch an Hubertus Giebes Beitrag zur Ausstellung der MHK „Jordaens und die Moderne“ 2013 im Fridericianum? Sein dort gezeigtes Gemälde „Diogenes (nach Jordaens)“ von 2012 sowie einige vorbereitende Zeichnungen, eine großzügige Schenkung des Künstlers, werden auch in der Kabinettausstellung zu vertreten sein. Der Großteil der Werke war hingegen noch nicht in Kassel ausgestellt. Einige der Gemälde verdeutlichen, wie bestimmte Symbole und Themen im Werk des belesenen Malers immer wiederkehren und zeugen von seiner intensiven Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte, mit Literatur und kunsthistorischer Tradition. Andere lassen erahnen, wie wichtig für ihn auch die Beschäftigung mit der Natur ist, von der auch seine Skizzenbücher zeugen, die wir bei unserem Besuch einsehen durften. Von seiner direkten Umgebung, von unmittelbar mit den Augen Wahrnehmbarem ließ sich er Künstler auch zu seiner Serie der „Herkulesse“ anregen – denn nicht nur der Wilhelmshöher Bergpark, sondern auch der Große Garten unweit des Ateliers Giebes in Dresden ist von imposanten Herkulesstatuen geschmückt.

Ein Künstlergespräch im Frühjahr bietet auch für Sie die Gelegenheit, diesen spannenden Künstler während der Ausstellungslaufzeit live zu erleben.

Fotos: Linnea Streit, MHK, Neue Galerie

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