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Im Gespräch: Hubertus Giebe

March 31, 2016
Hubertus Giebe beim Künstlergespräch

Hubertus Giebe beim Künstlergespräch vor einem seiner Gemälde, Foto: Hr. Erdmann

Begleitend zur derzeitigen Kabinettausstellung veranstaltete die Neue Galerie am 17. März ein Künstlergespräch und bat den Dresdner Künstler mit dem renommierten Kunstkritiker Eduard Beaucamp an den „round table“. Die freundschaftlich miteinander verbundenen Herren fühlten sich ganz wie im Wohnzimmer und diskutierten ausschweifend über Giebes Kunstwerke und seine künstlerische Produktion, genauso aber über historische oder politische Ereignisse und die ehemalige DDR.

Neue Galerie

Die Sprache der Malerei. Hubertus Giebe, Ausstellungsansicht 2016, Neue Galerie, MHK, Foto: Ute Brunzel

Ausgehend vom Titel der Ausstellung „Die Sprache der Malerei. Hubertus Giebe“ entfaltet der Künstler vielschichtige Erklärungsansätze zu seinen Gemälden. Mutig und kraftvoll steht er – im Hintergrund seine beeindruckenden Leinwände – der Frage Beaucamps gegenüber: „Gibt es sprechende Malereien heute wirklich noch?“ Und ja, es gibt sie tatsächlich, erklärt Giebe. In singulären Bildprogrammen, die die Komplexität der Welt zu greifen scheinen. Es gibt sie noch bei Malern, die die visuellen Herausforderungen mit Blick auf die historische Tradition bewältigen. Malerei kann es noch geben: Sie liegt in der Passion, betont der Künstler.
Giebe lässt keinen Zweifel aufkommen, dass er ein passionierter Maler ist und die direkte Auseinandersetzung mit der Welt sucht, indem er die Gegenwart mit der Vergangenheit bespiegelt. Als Maler liegt das Augenmerk seiner Beschäftigung auf Bildern, die den Blick in die Geschichte wagen und existenzielle Spannungen vermitteln. Darin sieht er sich in der Tradition der figürlichen Malerei von Oskar Kokoschka, Otto Dix oder Bernhard Heisig. Doch ist Giebe kein Traditionalist, wie Beaucamp endlich feststellt. Vielmehr wahrt und kennt er die Malereitradition, blickt aber genauso auf Gegenwart und Zukunft.

Am Schluss endet Giebe mit dem drastischen, aber doch schönen Satz: „Auch meine Malerei will das ‚Drama des Bildes‘, die ‚Bildkraft der Dinge‘ und ihren Sinn weiter suchen – jenseits des Feuilletons, entfernt von Exhibitionismus, weg von halbierten Kalbsköpfen in Formalin.

Autorin: Johanna Müller

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