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Architektur

Das Gebäude an der “Schönen Aussicht”

An der Schönen Aussicht oberhalb der Karlsaue entstand zwischen 1871 und 1877 nach Plänen des Architekten Heinrich von Dehn-Rotfelser (1825–1885) ein Museumsgebäude, in dem die berühmte Gemäldesammlung des Landgrafen Wilhelm VIII. von Hessen Kassel (reg. 1730/51–1760) ihren Platz finden sollte. Der Neubau war notwendig geworden, da Jérôme Bonaparte, König von Westphalen (reg. 1807 bis 1813), den von François de Cuvilliés d. Ä. errichteten Galeriebau zu einer Stadtresidenz umfunktioniert und durch das Einziehen von Zwischendecken unbrauchbar gemacht hatte.

Die Neue Galerie vor der Sanierung

Die Neue Galerie vor der Sanierung

Unter preußischer Herrschaft entstanden die Pläne für einen angemessenen Ersatz. Als Vorbild diente Leo von Klenzes Alte Pinakothek in München (1826–1836). Zwar in kleineren Dimensionen geplant, sollte auch Kassel eine Gemäldegalerie mit Oberlichtsälen und seitlich angeordneten Seitenlichtkabinetten erhalten. Ähnlich der ursprünglichen Münchner Aufteilung diente nur das Obergeschoß der Präsentation von Gemälden. Im Erdgeschoß fanden die Gipsabgusssammlung und die kunstgewerblichen Sammlungen ihre Aufstellung. Wie in München war auch die Kasseler Galerie mit einem umfangreichen Fresken- und Skulpturenprogramm ausgestattet: Nach Ländern und Schulen im Sinne einer „Geschichte der Kunstgeschichte“ angeordnet, sollten Skulpturen, Wandmalereien und Büsten berühmter Künstler auf den Besuch der Sammlung einstimmen.

Im Zweiten Weltkrieg erlitt das Gebäude schwere Schäden. Erst als 1962 festgelegt worden war, dass die Gemäldegalerie Alte Meister künftig im Schloss Wilhelmshöhe gezeigt werden sollte, fiel auch die Entscheidung, das Galeriegebäude wiederaufzubauen und in dem nun Neuen Galerie genannten Bau die Sammlung der Moderne zu präsentieren. 1976 wurde das Haus eröffnet. An die Stelle der historistischen Innenausstattung war eine lediglich alten Mustern folgende farbige Tapetenauswahl getreten, die wiederum im Laufe der Jahre durch Überstreichen vereinheitlicht wurde. Die wichtigste Änderung des Nutzungskonzeptes bestand jedoch darin, dass nun beide Geschosse gleichwertig zur Präsentation der Sammlungen genutzt werden konnten.

Die Sanierung seit 2006

Die Neue Galerie wurde von 2006-2011 nach Plänen des Berliner Büros Staab Architekten, dessen Inhaber Volker Staab im Frühjahr 2011 den nur alle drei Jahre verliehenen Großen BDA-Preis des Bundes Deutscher Architekten erhalten hat, vom Foyer bis zum Glasdach generalsaniert. Neu gestaltet wurde auch der Eingangsbereich mit einem behindertengerechten Zugang. Zusammen mit der Erneuerung und Modernisierung im Inneren der Galerie entstand zugleich ein neues Konzept zur Präsentation der umfangreichen Sammlungen aus staatlichem und städtischem Kunstbesitz. So erhielt die Neue Galerie durch einen erheblichen Raumgewinn Spielraum für das Nebeneinander von Kunst des 19., 20. und 21. Jahrhunderts und bietet neben Sälen für Wechselausstellungen auch Platz für weitere documenta-Ankäufe. Zu den wichtigsten inhaltlichen Veränderungen gehört die Verlagerung der Bestände des 18. Jahrhunderts – Werke der Malerfamilien Tischbein und Nahl – ins Schloss Wilhelmshöhe.

Nach umfassender Sanierung ist die Neue Galerie nach fünfjähriger Schließung seit dem 24. November 2011 unseren Besuchern wieder zugänglich.

Die Neue Galerie nach der Sanierung

Die Neue Galerie nach der Sanierung

Blick in den Oberlichtsaal mit Malerei des Informel

Blick in den Oberlichtsaal mit Malerei des Informel

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